Beratung digitale Bildung (BdB)

Good Practice: Pädagogischer Tag online

Das Coronavirus und die von der Staatsregierung empfohlenen Maßnahmen zur Infektionsprävention an Schulen stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen in der Unterrichtsorganisation und -versorgung. Trotz der seit März gesammelten Erfahrungen mit Distanz- und Hybridunterricht bleibt aber bei Lehrerinnen und Lehrern genauso wie bei Eltern und Schülerinnen und Schülern eine gewisse Unsicherheit bei dem Gedanken an die bevorstehenden Wochen, in denen das Homeschooling schneller kommen könnte, als allen lieb ist.

Wie vergebe ich Arbeitsaufträge an meine Schüler so, dass sie auch gelesen werden und nicht im Cyberspace verschwinden? Wie schaffe ich Verbindlichkeit trotz Distanz? Wie erhalten meine Schüler Rückmeldung zur Qualität ihrer abgegebenen Aufgaben? Wie formuliere ich Lernziele aus der Ferne so, dass sie Bezüge zur Lebenswelt der Schüler herstellen und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernprozess fördern? Wie kann ein erfolgreicher Unterricht unter Pandemiebedingungen funktionieren? Um der Unsicherheit in vielen Bereichen zu begegnen und um einen unvorbereiteten Wechsel in ungewohnte Formen des Lehrens und Lernens aus der Distanz zu vermeiden, fand für alle Kolleginnen und Kollegen am Buß- und Bettag ein pädagogischer Tag statt, der sich derartigen Fragen widmete und v. a. die Arbeit mit der Lernplattform MEBIS, die auch im Falle einer Schulschließung oder Quarantänemaßnahmen für einzelne Schüler oder Klassen ein grundlegendes Unterrichtsangebot gewährleistet, vertiefte.

Anders als gewohnt war der Pädagogische Tag in diesem Schuljahr allerdings aufgrund der aktuellen Corona-Lage nicht als Präsenzveranstaltung möglich, sondern konnte lediglich online stattfinden. Mit Hilfe des Online-Konferenzsystems BigBlueButton war es jedoch möglich, auch eine größere Anzahl von Teilnehmern datenschutzrechtlich korrekt virtuell zu verbinden. Nach einer kurzen Lehrerkonferenz wurden sechs verschiedene Workshops zum Themenschwerpunkt „Arbeiten mit Mebis“ angeboten, die jeweils 60 Minuten dauerten. Da die einzelnen Workshops nacheinander stattfanden, war es sogar möglich, alle Einheiten zu besuchen und so sein Wissen umfassend zu erweitern. Die Workshops wurden nach organisatorischer Planung durch OStRin Christina Schott von Mitgliedern des Medienkompetenzteams der MB-Dienststelle für die Gymnasien Oberfranken durchgeführt und gaben den Kollegen mittels einer Vielzahl an Beispielen aus der Praxis für die Praxis Anregungen und Impulse für eine überlegte didaktische Einbindung der Lernplattform in den eigenen Unterricht an die Hand.

Folgende Workshops wurden angeboten:

  • Mebis kann was! Grundlagen der Unterrichtsarbeit mit der Lernplattform (StD Markus Dumler, OHG Marktredwitz)
  • Aufgaben stellen,korrigieren, kommentieren und bewerten in mebis (StD Martin Stübinger, ETA Hoffmann Gymnasium Bamberg)
  • QR-Codes zur Binnendifferenzierung (StR Johannes Mann, Meranier Gymnasium Lichtenfels)
  • Digitale Unterrichtsmaterialien selbst erstellen und Verwendung von Formatvorlagen (StR Jochen Kästner, Arnold Gymnasium Neustadt bei Coburg)
  • Lernförderliche Gestaltung von Mebis-Räumen (StD Roman Eberth, BdB Gymnasien Oberfranken)
  • H5P und Interaktivität ist keine Zauberei! H5P-Elemente in Mebis integrieren (OStRin Christina Schott, Gymnasium Burgkunstadt)

Auf diesem Weg konnten umfangreiche Informationen an das Kollegium weitergegeben werden, die im Anschluss in einem für alle zugänglichen MEBIS-Kursraum gesammelt wurden, um für alle die notwendige Nachhaltigkeit der Veranstaltung zu gewährleisten. Ein Großteil der Kolleginnen und Kollegen besuchte sogar viele der Workshops und bastelte noch am selben Abend begeistert an den eigenen MEBIS-Kursräumen.

Das Feedback zeigte deutlicher als erwartet: Eine wirklich gelungene Veranstaltung, die sicherlich gerade in Zeiten der Pandemie-Bekämpfung ein vollwertiger Ersatz für Präsenzveranstaltungen sein kann.

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